Die Ursachen für den Griff zu illegalen Schlaf- oder Beruhigungsmittel sind vielfältig: Nebst Stress, Angst und Verzweiflung spielen auch die „Gelegenheit“, Geld und die Beziehung zu Eltern und Freunden eine grosse Rolle.
Im Folgenden die Resultate der Umfrage der Schweizer Schüler einer europaweit gestarteten Studie (ESPAD).
Schlafstörungen, Verzweiflungs- oder Angstzustände, Schulstress, Stress zu Hause oder mit Kollegen sind Faktoren, die Jugendliche oder deren Eltern dazu bringen sich Medikamente von einem Arzt verschreiben zu lassen.
Später versuchen viele Jugendliche illegal und ohne ärztliche Verschreibung an die Tabletten zu kommen. Dabei handelt es sich meist um Benzodiazepine, die ein grosses Suchtpotenzial haben und das Gedächtnis und die Lernfähigkeit negativ beeinflussen.
7’000 Schüler, zwischen 13- und 17 Jahren, wurden nach ihrem "Drogenkonsum" befragt. Nebst Zigaretten, Alkohol, Cannabis und anderen illegalen psychoaktiven Substanzen interessierte die Studienautoren vor allem die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, ohne oder mit ärztlicher Verschreibung.
Anteil der Jugendlichen, welche mindestens einmal in ihrem Leben folgende Substanzen konsumiert hatten:
132 Jungen und 293 Mädchen gaben an, bereits einmal Schlaf- oder Beruhigungsmittel ohne ärztliche Verordnung eingenommen zu haben. Diese wurden gefragt, ob und bei wie vielen Gelegenheiten sie später wieder solche Substanzen konsumiert hatten: Die Jungen noch etwa 8 mal und die Mädchen etwa noch 7 mal.
Angaben zu Einnahme von anderen illegalen Substanzen: 3.5% aller Jungen und 8% der Mädchen gaben an, verschiedene Male solche Drogen probiert zu haben.
Die meisten Jugendlichen gaben an, im Alter zwischen 14 bis 16 das erste Mal psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben. Dabei variieren die Altersangaben bei Mädchen und Jungen praktisch nicht. Die meisten begannen kurz vor oder während dem 15. Lebensjahr.